Samstag, 15. November 2008

Drei Monate...

Hallllli Halllllllllllllllo
hach wie schnell doch die Zeit von einem Update zum anderen doch vergeht. Kaum hatte ich das Gefühl den letzten Blogeintrag veröffentlicht zu haben, schon sind wieder mal fast zwei Wochen vergangen.
In den letzten zwei Wochen ist zwar nicht sehr viel passiert, aber das was passiert ist, ist auf alle Fälle wert um es mit euch zu teilen.
Aufgrund großer Nachfrage werde ich auch noch das Bild von Robert Stadlober mit mir Online stellen. Nur nochmal zur Info: Es handelte sich um das Deutsche Filmfestival in Tokio. Da Krabat gezeigt wurde, kam auch Robert Stadlober mit dem Regisseur nach Tokio. Das Bild entstand während dem Empfang nachdem ich mir die Wampe erstmal vollgehauen hatte. Wenn jemand aufgrund dessen meinen Doppelkinn auf diesem Bild bemängeln würde, der möge dies doch bitte für sich behalten :P. Alle anderen Kommentare sind natürlich gerne gesehen.
So das war erstmal ein kleiner Nachtrag zum letzten Mal. Vorletzte Woche war eigentlich eine sehr angenehme und ruhige Woche. Es war nicht viel los und ich konnte mich auf der Arbeit meines Amtes walten und ein paar organisatorische Sachen erledigen. Wie ich ja schonmal berichtet habe, bringt mir die Madame vom Restaurant immer zu Mittag etwas zu essen vorbei. Dieses "etwas" ist aber immer so viel, dass man auch wirklich den ganzen Tag satt wird; und da sie gesehen hat, dass ich ja auch nicht der schlankste bin, gibt sie mir immer so eine Megaportion Reis. Damit ihr wisst, was ich so bekomme, habe ich das sogar mal aufgeschrieben, was ich neulich zu Mittag bekommen habe:
"Fisch mit Gemüse und Tofu angebraten, Suppe mit wenig Wasser und viel Gemüse und Pilzen und 1 Stück Putenfleisch, Kartoffelpüree, Fleisch mit Kartoffeln und Auberginen, Reis, Orangensaft"
Das Essen schmeckt auch wirklich fantastisch und es ist natürlich sehr ausgewogen . Sie hat auch noch gesagt, dass sie nur Bio-Produkte verwendet und dass das somit auch viel gesünder ist, als die Sachen im Convenience Store, die ich sonst immer esse.
Da sie mir immer was rüberbringt, gehe ich jeden Abend ins Restaurant und frage sie, ob ich ihr mit irgend etwas helfen kann. Normalerweise sollte ich ihr so bei kleineren Übersetzungsaufgaben helfen, was bisher aber noch nie anfiel. Aber am letzten Freitag war ich dann wieder bei ihr im Restaurant und fragte ob ich ihr helfen kann. An dem Abend hatte die OAG (Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens) einen Tischkickerturnier veranstaltet, wobei das Restaurant für das leibliche Wohl gesorgt hatte. So stand ich dann an dem Stand und durfte Bratwürste anbraten und auch Linsensuppe rühren. Ab und zu hab ich dann auch noch ein Bier frisch gezapft. Eigentlichd achte ich ja, dass das Event nur so 1-2 Stunden dauern würde, sodass ich dann so gegen 21 Uhr nach Hause fahre. Aber irgendwie hat sich das dann alles hingezogen sodass wir erst um 23 Uhr mit dem Aufräumen anfingen, weshalb ich mir dann gedacht habe, dass ich die letzte Bahn gegen Mitternacht nehme. Als die Madame aber sah, dass es kurz vor 12 immer noch genug zu tun gab, hat sie gemeint dass sie mich und den Sweer danach heimfahren würde. Sweer arbeitet in dem Restaurant und wohnt zufälligereweise im gleichen Sakura House wie ich :). Auf dem Weg nach Hause fuhr sie dann noch an einem japanischen Restaurant vorbei, wo sie uns dann noch zu Takoyaki eingeladen hatte. Takoyaki sind soTeigällchen mit einer Oktopusfüllung. Das hat auch super lecker geschmeckt, wobei der Teig schon sehr gesättigt hatte.
Am nächsten Tag passierte das Uncoolste, was überhaupt passieren konnte. Lange fragte ich mich, ob ich dieses uncoole Erlebnis jemals veröffentlichen könnte. Aber da ich euch ja alle sooooo sehr lieb habe werde ich auch darüber berichten.
Wir schreiben den Tag nach dem Bratwurstabend. Ich bin aufgestanden und wollte eigentlich nach Shinjuku um meine Miete zu bezahlen. Als ich losgehen wollte, habe ich überall meine Monatskarte gesucht. Im Geldbeutel, auf dem Tisch, in den Hosentaschen etc... aber ich habe es nirgends gefunden. Ist ja nicht weiter schlimm dachte ich. Ich hatte meine Monatskarte schon oft im Büro auf den Tisch gelegt und mehrmals beinahe vergessen gehabt. Deshalb bin ich dann mit der nächsten Bahn zur Arbeit gefahren um die Monatskarte zu holen (an einem Samstag zur Arbeit :o *fleiß*). Als ich aber auf den Tisch guckte, staunte ich nicht schlecht, denn die Monatskarte war auch da nicht zu finden. Ich hab dann überall im Büro nachgeschaut um zu sehen, ob sie mir nicht doch irgendwie runtergefallen ist. Aber leider hatte ich keinen Erfolg. Auf dem Weg nach draußen traf ich dann den Hausmeister und die Madame, die mich dann gefragt haben, wieso ich denn an einem Samstag im Büro bin. Nachdem ich meine Leidensgeschichte erzählt habe, wollten die wissen, ob ich auch schon im Geldbeutel nachgeschaut habe, weil das ja eigentlich ganz logisch ist, dass es da drin ist. Nachdem ich dies bejaht habe, bin ich nochmal nach Hause gefahren, um gründlicher zu suchen. Aber auch da fehlte jede Spur... bis ich dann irgendwann nochmal im Geldbeutel nachgeschaut hatte und es dann dort gefunden habe -.-... Die Madame hat mich natürlich dann am Montag ausgelacht und gemeint wie uncool das doch wäre lol... aber es ist ja schon fast eine Woche seitdem vergangen, sodass ich mittlererweile auch selber darüber lachen kann ;).
Letzten Sonntag war dann wieder ein Gemeindefest in der Kirche. Für 1000 Yen gab es ein Büffet, was ja schon recht günstig war. Da gab es vor allem Deutsches Essen, was auch wirklich sehr lecker war. Irgendwann nach 3 Tellern hatte ich das leichte Gefühl mich übergeben zu müssen. Um dieses Gefühl zu unterdrücken, habe ich dann gleich zwei Stück Kuchen in mich reingeschauffelt, und ich muss euch sagen das war sowas von eklig. Also der Marmorkuchen war sehr gut. Aber bei dem anderen Kuchen, da hab ich wirklich 30 Minuten gebraucht um das kleine Stück aufzuessen. Ich weiss wirklich nicht was da drin war, aber es schmeckte echt komisch. Es war so ein Teig; da drauf kamen dann Früchte und Nüsse und oben Streusel. Der Teig, die Nüsse und der Streusel schmeckten eigentlich lecker wie immer. Aber die Früchte... boah... also ich weiss nicht was es für Früchte waren, aber die waren echt nicht toll. Die Jasmin, die neben mir stand, hat dann gemeint: Ach Tuan, stell dich nicht so an, so schlimm kann der ja nicht schmecken und hatte dann auch ein kleines Stück von meinem Teller genommen. Danach fragte ich sie, ob sie noch welchen möchte und sie war danz fassungslos und konnte nur noch heftig den Kopf schütteln.
Ich berichtete ja schon, dass man in Japan an jeder Ecke abgezockt wird. Aber das dies auch in der Kirche geschieht ist mir neu. Es gab nämlich bei dem besagten Gemeindefest auch eine Tombola, wo jdes Los 1000 Yen kostete, was ja nach dem gestiegenen Yen nun fast 8 Euro pro Los sind. Es wurde groß angekündigt, dass jedes Los gewinnt. Am Anfang hat man für jedes Los einen kleinen Preis bekommen; danach wurden dann für die Hauptgewinne die Gewinnerlose ermittelt. Die Trostpreise waren ja wohl echt dreist. Der Michael bekam ein Werbecappy von BMW und ich bekam ein Stofftier, mitgenommen aus dem InterContinenal Hotel :o... Also da war ich ja schonmal etwas sprachlos. Aber dann wurden noch die Hauptgewinner ermittelt. Und die wurden folgender Maßen verteilt: Reise nach Okinawa ==> eine Mitarbeiterin aus der Kirche, ein Ipod Touch ==> ein Ministrant, die Nintendo Wii ==> die Tochter von der Losfee... also da war ich ja schon ein klein wenig schockiert. Dabei wollte ich doch die Nintendo Wii :(... und wenn ich sie gewonnen hätte, wäre auch keiner stutzig geworden :)

In der Kirche gibt es einen kleinen Jungen, der so aussieht als könnte ich dies vor ca. 10-15 Jahren gewesen sein.
Der Michael hat ein Bild von dem Kleinen gemacht. Was meint ihr? Hat er etwas Ähnlichkeit? ;)
Zum Vergleich stelle ich mich einfach mal daneben. Er ist um einiges brauner und schlanker als ich. Aber davon abgesehen, finde ich selber schon ein paar Ähnlichkeiten.
Wie man auf meinem Bild sehen kann, trage ich wieder das Alkohol-Oberteil *sauf* :)

Diese Woche am Donnerstag ist was tolles passiert. Herr Köhn (Japanologiedozent in Würzburg) hatte mich schon im Voraus gewarnt, dass man in Japan keine gescheiten Öfen finden kann um zu backen. Aber die Madame vom Budoya hatte mir angeboten, dass wenn ich mal gerne möchte, dass ich jederzeit bei ihr im Restaurant backen darf, wenn der Koch in der Küche nicht grad zu viel zu tun hat.
Am Donnerstag kam Claudia (eine Mitarbeiterin vom Restaurant) dann in das Büro hereingestürmt und meinte: Wenn du backen willst.... dann JETZT... Ich war natürlich ein klein wenig überrumpelt, weil ich nicht darauf gefasst war, in dem Augenblick etwas zu backen. Aber ich und die Sekräterin dachten uns: Hmmm... der Chef ist grad unterwegs zu einem Meeting... selbst wenn ich backe, würde er sich nicht aufregen, wenn ich nicht am Arbeitsplatz sitze. Daher ging ich dann ins Restaurant um nachzuschauen, was die denn da an Zutaten alles haben. Leider war das überhaupt nicht einfach. Bei den Sachen, die ich backen wollte, fehlten die Zutaten. Die hatten irgendwie kein Puddingpulver und wussten auch nicht wo man das herbekommt.
Nachdem ich dann so einige Kuchen und Torten durchgegangen bin entschied ich mich dann für eine Mikado-Torte, weil das einzige was die an "sonderbaren" Zutaten die Gelatine war. Diesmal hab ich zwar kein Bild gemacht; aber da ich die Torte ja auch schon in Deutschland gebacken hatte, muss das Bild von damals einfach herhalten. Aber es war wirklich überhaupt nicht einfach in einer fremden Küche zu backen. Die ganzen Werkzeuge und Backutensilien, die ich mir in Deutschland zusammengekauft hatte, fehlten hier natürlich. Also es war auch wirklich nicht einfach. Ich bin dann während der Backphase und den Kühlpausen immer ins Büro gerast um weiter zu arbeiten, mit der glücklichen Erkenntnis, dass mein Chef immer noch nicht vom Meeting zurück war. Erst als ich dann mit der Dekorierung angefangen habe, hörte ich, dass mein Chef wieder zurückgekommen ist. Aber der war überhaupt nicht böse, sondern hat sich eher gefreut, dass ich was gebacken hab hihi. Ach ja, normalerweise brauche ich ja für eine Torte immer mehrere Stunden, da ich ja auch immer will, dass sie schön langsam und gewissenhaft zubereitet wird. Chiba, der Koch im Restaurant, hingegen ist eher darauf getrimmt schnell und effizient zu arbeiten. Und das hat man auch wirklich gemerkt. Die Torte warmit kühlen etc in 1,5 Stunden schon fertig. Also da konnte ich auch wirklich noch eine Menge lernen, wie ich in Zukunft schneller backen kann.
Alle waren auch wirklich zufrieden und fanden die Torte lecker. Nur ich hab kein Stück gegessen, da ich etwas an meine Linie gedacht habe heheheeee. Außerdem weiss ich ja schon wie die schmeckt, bzw. kann sie mir immer wieder selber backen :o...
Am Ende will ich nur noch sagen, dass unser Büro an diesem Wochenende renoviert wird. Nicht das Ganze Büro, sondern nur ein Zimmer. Gestern wurde das Büro leer geräumt und heute fängt die Firma mit der Renovierung an. Ich bin gespannt, wie es am Montag dann aussehen wird hihi.
Die nächste Zeit wird bei mir wohl ein klein wenig stressig. Am 28. November veranstalten wir ein Seminar über Microoptics. Die Woche davor kommen also die ganzen Speaker schon nach Japan und wollen, dass wir mit denen Firmenbesuche machen. Anfang Dezember ist dann 3 Tage lang die Semicon und am 8.-9. findet dann in Sendai ein Symposium statt. Bis dahin ist noch viel zu machen und ich bezweifle ob die Zeit ausreicht. An und für sich wäre das ja kein Problem, wenn ich das selber organisieren müsste. Aber ich muss immer Sachen aus Deutschland anfordern die erstmal paar Tage brauchen bis sie es mir endlich schicken. Aber ich bin ja nun auch kein Amateur mehr und habe mir somit angewöhnt die Leute ein klein wenig zu puschen. Wer mir also bis zum Abend nicht geantwortet hat, wird mit einem Anruf beglückt, sodass dann einige Prozesse viel schneller gehen als vorher.
Den heutigen Samstag habe ich auf nostalgischer Art und Weise verbracht und einige Spiele gespielt, die ich schon vor fast 10 Jahren gespielt hatte. Hach damaaaaaaaaaals~
Und das werde ich auch jetzt tun und werde hier mal einen Punkt setzten für heute :)
Bisssssss dennnnnne

PUNKT

Montag, 3. November 2008

Vor langer langer Zeit...

Ach du meine Güteeeee... nun sind es ja schon 3 Wochen her, wo ich das letzte Mal geupdated habe.
Aber wie es immer so ist, gibt es auch diesmal eine sehr gute Erklärung, wieso ich euch nicht schon eher auf dem neuesten Stand gehalten habe, nämlich meine Faulheit :P.
An und für sich wollte ich ja nur nur eine Woche nicht updaten, aber wie es ja immer so ist gab es wieder so viel zu berichten, dass ich nicht wusste wo ich anfangen sollte. Da hab ich doch kurzerhand beschlossen, dass ich dann auch erst gar nicht anfangen sollte *g*.
Aber da heute ja ein Feiertag ist, nehme ich mir die Zeit und versuche die Lücken meines Japanaufenthaltes zu vervollständigen.
Der heutige Blogeintrag beginnt damit, dass ich die Marianne kennen gelernt habe. Marianne arbeitet in München bei der Fraunhofer-Gesellschaft als Asia Managerin :). Das Lustige ist ja, dass sie ebenfalls bei dem gleichen Japanischlehrer (Herr Sotomura) Japanischunterricht hatte.
Wie dem auch sei; sie ist dann geschäftlich nach Japan gekommen und hat einige Vorträge in Kyoto, der alten Hauptstadt Japans. Der Chef und ich sollten ebenfalls mit. Für mich war das ja eigentlich eine super Gelegenheit um mir Kyoto mal näher anzuschauen, vor allem weil mir gesagt wurde, wie schön Kyoto doch sei. Planmäßig wollten wir vom 15.ten bis zum 18.ten in Kyoto sein; die ersten 2 Tage geschäftlich, die anderen 2 Tage um einfach mal etwas Sightseeing zu betreiben.
Da wir aber unglücklicherweise einen Workshop am 21. Oktober veranstaltet haben (was ja die Woche nach Kyoto ist) wurde mir angeboten, dass ich einfach einen Tag später komme, sodass ich auf jeden Fall noch einiges an Sightseeing mitmachen kann.
Gesagt getan; ich bin dann am 16.ten nach von Tokio nach Kyoto mit dem Shinkansen angereist. Kaum angekommen, musste ich mich auch schon in den Anzug schmeissen um noch rechtzeitig zur Kyoto Universität zu kommen. Dort haben wir uns nämlich ein paar Vorträge angehört, die auch wirklich sehr interessant waren.
m Abend kam dann das riesige Highlight des Tages: Wir wurden vom Kyoto Research Parc zum Essen eingeladen. Da der Präsident auch teilgenommen hatte gab es auch wirklich sehr feine Sachen. Wir sind in ein kleines Restaurant im japanischen Stil gegenangen. Dort saßen wir an der Theke in einer Reihe und konnten zuschauen, wie das Essen zubereitet und serviert wurde. 3 Stunden lang saßen wir im Restaurant und drei Stunden lang kamen in kurzen Abständen kleine Häppchen auf den Tisch. Am Anfang dache ich ja noch, dass man sich ja nie im Leben mit so kleinen Häppchen satt essen kann. Aber so gegen Ende dragte ich mich wirklich, ob das auch irgendwann ein Ende nehmen würde *g*.
Um meine gerade aufgeworfene Frage zu beantworten: Ja, irgendwann nahm es ein Ende und wir gingen dann zurück in das Ryokan.
Ryokan ist mehr oder weniger ein Hotel; aber im Japanischem Stil. Wie man sehen kann ist es jetzt nichts modernes, aber dennoch war es wirklich sehr schön.
Traditionell Japanisch gab es demnach auch sehr viele verschiedene Schuhe für verschiedene Zwecke, d.h. wenn man das Ryokan betritt, so musste man sich die Schuhe ausziehen und ein Paar Schlappen anziehen, die vom Ryokan bereit gestellt werden. Kaum läuft man damit 3 Meter, so muss man sich diese wieder ausziehen, weil man im Schlafbereich keine Schuhe tragen darf. Das tolle ist ja, dass wenn man vom Schlafbereich heraus zur Toilette muss. Da muss man sich zwei Mal die Schuhe wechseln um insgesamt 1-2 Meter zu laufen. War zwar ein kleines bißchen nervig, aber da wir ja eigentlich nur Abends und Morgens im Ryokan waren, war es dennoch sehr gut praktikabel.
Noch an demselben Abend hatte ich ein unbändiges Bedürfniss mich kurz unter die Dusche zu stellen. Für alle, die eine richtige Dusche erwartet haben, kam dann erst mal die nüchterne Einsicht: Es gibt keine Dusche. Aber dafür gab es etwas vieeeeeeeel besseres. Das Bad im Ryokan war im Stil von den japanischen Badehäusern, d.h. man setzt sich im Bad auf ein kleine Holzbank und hat eine Holzschüssel dabei. Diese Holzschüssel wird dann mit Wasser vollgemacht und dann über den Körper gegossen. Erst nachdem man sich gründlichst sauber gewaschen hat, geht man dann in die "Wanne". Diese Wanne wird mit sehr warmen Wasser vollgemacht in die man sich dann einfach reinsetzt und sich gehen lässt. Für alle Ökos unter uns, die denken, dass das ja wahrhaftig eine Wasserverschwendung sei, kann ich beruhigen. Denn das Wasser wird niciht jedesmal neu aufgesetzt; da man sich ja schon vor dem Baden gründlichst wäscht, ist das Wasser auch relativ sauber und für mehrere Personen gedacht. Und allen Hygiene-Fans unter uns kann ich ebenfalls nur sagen, dass man sich nach dem Bad wieder mit frischem Wasser abspült, sodass man auch nicht mit dem Schweiß vom Vorhergehendem Badegast die Dusche verläßt. Die Badehäuser sind in der Regel öffentlich, d.h. es kann jeder reinkommen und die Blicke auf den Duschnachbarn richten *schauder*. Hier im Ryokan ist die Modernisierung nicht stehen geblieben; so gab es auch ein Schloss, womit man das Bad abschließen kann.
Am nächsten morgen dann, wir schreiben den 17. Oktober, hab ich dann das erste Mal bewußt aus dem Ryokan rausgeschaut und entdeckte den wirklich wunderschönen Garten. Auch hier habe ich meine Kamera gezückt um euch ein Bild zu liefern (s.r.). Ich habe erst als ich zu Hause war und mir das Bild angeschaut habe festgestellt, dass die Kamera auf "Kunstlicht" eingestellt wurde. Daher hat das Bild einen etwas künstlichen Touch. Nichts dest trotz finde ich den Garten wirklich super. Der Teich wird auch von richtig riesigen Koi-Fischen behaust.
Der Freitag und der Samstag standen ganz im Zeichen von Sightseeing. Da die Marianne eine praktizierende Buddhistin ist (Anmerkung der Redaktion: >_<) hat sie vorgeschlagen, dass wir uns den Daigo-Tempel anschauen. Ich hatte, als ich sechs Monate in China war, schon so viele verschiedene Tempel angeschaut, dass ich eigentlich gar nicht mehr so große Lust habe Tempel zu besichtigen. Zwar hat jeder Tempel immer irgendwie seine Besonderheiten und Unterschiede zu anderen Tempeln, aber im Großen und Ganzen finde ich die meisten Buddhistischen Tempel doch so ähnlich, dass ich kein Freund des Tempelbesichtigens bin. Dennoch war der Tempel sehr schön und hatte einen riesigen Garten, wo ich mich auch gefreut habe, mal wieder an der frischen Luft zu laufen.
Am Abend haben wir dann Sukiyaki gegessen :) Sukiyaki ist hauchdünnes Fleisch mit verschiedenen Gemüse. Das wird dann alles in einer Brühe "angebraten" und wenn es dann gar ist nimmt man es mit dem Stäbchen heraus und zieht es nochmal kurz durch ein rohes Ei. In Japan sieht man das ja oft, dass zu verschiedenen Gerichten ein rohes Ei mitverspeist wird. Anfänglich fand ich das ja überhaupt nicht prickelnd, wobei ich natürlich sagen muss, dass man ja auch in Deutschland in einigen Süßspeisen rihes Eiweiß verwendet. Na ja nachdem ich mich daran gewöhnt habe, ist es auch wirklich lecker hihi.
Am Samstag bin ich dann alleine durch Kyoto gelaufen. Da ich mir nichts besonderes vorgenommen hatte und auch wenig Zeit hatte, bin ich einfach nur wahllos herumgelaufen und hab mir auch ein paar kleinere Gassen angeschaut. kyoto ist wirklich eine sehr schöne Stadt. Gefiel mir wirklich sehr gut.
Ich bekam von Marianne noch den heißen Tipp, dass ich mir den Kyotoer Bahnhof genau anschauen sollte. Es gibt eine riesig große Treppen über ca. 20 Etagen glaub ich. Als ich da ankam, gab es noch ein Konzert von ein paar Mittelschülern (also das Konzert war nicht nur wegen mir veranstaltet worden :(), sodass die Treppe auch wirklich voll von Menschen war.
Wie man auch noch auf dem Bild erkennen kann, war das Wetter nicht schlecht. Ich glaub es waren irgendwas um die 25 Grad, was ja auch für Oktober immer noch sehr warm war.
Im Großen und Ganzen war ich wirklich sehr beeindruckt von Kyoto. Wenn es das nächste Mal wieder eine Geschäftsreise in eine so tolle Stadt geht, möchte ich wieder gerne dabei sein *g*.
Am Montag bekamen wir dann Verstärkung. Nao heißt die Gute, arbeitet seitdem bei uns im Office und ist zuständig für Marketing und Account.
Am Dienstag darauf war dann der große Workshop über Robotics. Dafür war ich eine ganze Stunde früher als sonst auf der Arbeit und habe den Saal mit der Sekräterin etc. eingerichtet. Ich war dann für die Technik im Saal verantwortlich, d.h. ich sollte darauf aufpassen, dass keine großen Schwierigkeiten mit dem Beamer etc. vorhanden waren. Eigentlich lief auch alles super, bis auf die Tatsache, dass ein Teilnehmer die ganze Zeit sehr nervös mit seinem Fuß war und das Kabel für den Beamer 2 Mal rausgerissen hatte. Beim ersten Mal bin ich noch mit dem zweiten beamer ausgerüstet nach vorne gelaufen; aber beim zweiten Mal hab ich den Mann nur böse angeschaut, während ich das Kabel wieder anbrachte. Der böse Blick vollbrachte auch Wunder und es verlief alles ruhig danach.
Am Abend gab es dann einen Empfang im Restaurant, das direkt neben unserem Büro liegt. Das Essen war viel, das Essen sah Deutsch aus, aber das Essen schmeckte nicht Deutsch lol. Aber dennoch schmeckte es sehr gut. Es ist nur ein wenig befremdlich, wenn man sich etwas in den Mund schiebt und dabei einen ganz anderen Geschmack erwartet hätte *g*.
Wir haben daraufhin dann unseren Chef mal gefragt, ob er in Tokio ein Restaurant kennt, wo man auch richtig Deutsch essen kann. Letzte Woche dann, hat er Nao und mich zum Deutsch essen eingeladen. Die Lokalität hieß "Bernd's Bar" und soll auch wirklich eine kleine Berühmtheit sein, wo sich immer sehr viele Deutsche treffen. Das Essen war auch nicht soooo teuer; sodass man für 1500 Yen eine riesige portion hat bestellen können.
Wenn ich schon den Yen anschreibe, so muss ich doch nochmal kurz meinen Frust und Ärger freien Lauf lassen. Anfangs war der Euro so stark, sodass ich pro Euro 170 Yen bekam. In der letzten Zeit ist der Euro aber so stark eingebrochen, dass ich sogar mit Tieftstwerten von 113 Yen/Euro leben musste. Also um 1/3 ist der Euro in relativ kurzer Zeit eingebrochen. Mittlererweile erholt er sich wieder (127 Yen), was natürlich kein vergleich zum Anfang ist.
Drastische Wechselkursschwankungen erfordern drastische Sparmaßnahmen: Letzte Woche hab ich zufällig die Madame vom Restaurant nebenan getroffen und wir haben etwas geredet. Sie meinte, wie schlimm das doch ist, dass ich mir jeden Tag was zu Essen kaufen muss. Die Frau kocht am Mittag für die Mitarbeiter des Restaurants, wobei die nur einen Beitrag von 150 Yen pro Mahlzeit zahlen müssen.
Am nächsten Tag stürmte sie dann in unser Büro rein und wollte erstmal mit der Sekräterin sprechen; daraufhin dann auch mit mir. Sie sagte, dass sie zwar ein deutsches Rstaurant habe, aber kein Deutsch kann. Daher wollte sie mich fragen, ob ich nicht nach der Arbeit kurz rüber zu ihr ins Restaurant kommen kann. Sie würde dann mit mir auf japanisch reden und wenn sie mal ein paar Sätze hat, würde Sie mich bitten diese ins Deutsche zu übersetzten. Dafür würde sie mir jeden Tag eine Lunchbox kostenlos zur Verfügung stellen. Da ich es etwas blöd fand, dass sie mir das Essen kostenlos zukommen lassen wollte habe ich ihr gesagt, dass ich ihr sehr gerne helfen würde, weil ich ja auch nebenbei mehr japanisch sprechen kann. Aber für das Essen werde ich selbstverständlich auch zahlen. Sind ja letzendlich auch nur 150 Yen. So billig kriegt man ja das Essen auch kaum, wenn man selber kocht.
Von daher krieg ich jetzt mittags was warmes und auch gesünderes Essen als vorher :).

Hui ist ja eigentlich schon ein ganz schön langer Beitrag geworden, aber ein Event möchte ich noch loswerden.
Letzte Woche veranstaltete das Goethe Institut etc. das Deutsche Filmfestival in Tokio. Gezeigt wurden relativ bekannte Filme dieses Jahres, unter anderem Krabat, Die Welle und Hanami. Ich war in "Krabat" drin. ich hatte mich ja anfangs schon geärgert gehabt. In der 6.ten Klasse haben wir Krabat gelesen und ich fand es immer sehr toll. Blöd war, dass der Kinofilm genau zu der Zeit in Deutschland anlief, wo ich in Japan bin. Von daher hab ich mir sehr gefreut auch hier die Chance (via Freikarte) den Film anzuschauen. Ich hatte kurz davor nochmal das Buch gelesen damit ich auch genau weiß wie die Geschichte war. Im nachhinein denke ich, dass ich das nicht hätte tun sollen, denn wie es ja so oft der Fall ist, sind die Verfilmungen i.d.R. nicht besser als das Buch. Zwar fand ich den Film immer noch super, aber es wurden mehrere Details im Film gezeigt, die nicht erklärt werden, sodass jemand, der das Buch nicht gelesen hatte, manchmal nicht weiß worum es geht.

Nach dem Film gab es dann für eingeladene Gäste dann noch ein Empfang. Ich war natürlich nicht auf der Gästeliste, da es irgendwie ein problem gab mit der Anmeldung. Aber ich hab einfach nur gesagt, dass ich vom Fraunhofer bin und wurde dann reingelassen. Das Goethe Institut und unser Büro befinden sich ja im gleichen Gebäude, sodass sich die beiden Chefs auch kennen und sich verstehen.
Neben dem wirklich sehr guten Essen waren auch mehrere Schauspieler von den oben genannten Filmen anwesend.
Ich hatte die dann alle einer nach dem anderen vor meiner Linse.
Hier auf dem Bild sehen wir die Schauspielerin von "Die Welle". Was mich auf dem Bild erstaunt ist, das ich hier wirklich so groß wirke :). In echt ist sie aber einfach nur klein und putzig, sodass ich etwas größer wirke.
Bilder habe ich auch noch mit anderen wie Robert Stadlober etc. Aber am meisten gefreut habe ich mich auf das Bild mit Jennifer Ulrich, sodass ich dann auch nur ein Bild online stellen werde.
Also das war wirklich ein sehr schöner Abend. *freu*
Auf dem Bild bin ich ja auch noch im Anzug. Ich wollte an und für sich ja ganz leger zum Film hingehen. Aber der Chef meinte, ich muss mich zwar nicht fein herausputzen, aber so ganz casual-style sollte es dann noch nicht sein. Daher hab ich einfach die Krawatte weggelassen ;)

So nun hab ich aber wirklich ne Menge geschrieben, und mein Gewissen davon erleichtert, dass ich den blog so lange nicht mehr aktualisiert habe.
Eigentlich habe ich ja noch ein Video vom Karaoke, wo ich etwas singe :D. Aber das würde hier noch den Rahmen sprengen :P, sodass ich mich nun dezent vor meinen Nintendo DS plaziere und eine Runde zocke :)

BABAAAAAAAAAAAI