Auf vielfachen Wunsch angefordert (Ok, ich gebs zu... war nur ein Wunsch) schreibe ich jetzt mal etwas über mein Zimmer hier in Japan. Bei dieser Gelegenheit werde ich auch noch etwas über die japanische Architektur schreiben.
Es ist für Ausländer sehr umständlich eine Wohnung/Zimmer in Japan zu bekommen. Zum Einen natürlich, weil viele nicht vor Ort sind und den Vermieter nicht persönlich sprechen können. Aber dudem kommt noch das ominöse "Geschenk" hinzu. Leider wird man nicht vom Vermieter beschenkt, sondern muss dem Vermieter ein Geschenk mitbringen. In der Regel besteht das Geschenk aus barem Geld; und zwar 2-3 Monatsmieten, d.h. wenn die Miete schonmal monatlich 500 Euro beträgt, ist man locker 1000 Euro los. Dieses ist auch nicht wie die Kaution in Deutschland. Mit Geschenk meine ich auch Geschenk; denn man kriegt das Geld nicht wieder.
Es gibt in Japan viele Sakura Houses. Diese sind speziell für Ausländer gedacht. Man zahlt eine Kaution von ca. 200 Euro; kriegt aber am Ende maximal 140 Euro wieder. Der Rest wird wohl als Bearbeitungsaufwand gewertet. Im Vergleich zu einer richtigen Wohnung noch sehr günstig. Es gibt Sakura Hotels, Dormitories, Guest Houses und Apartments. Hotels, wo man nur für kurze Zeit bleibt. Dormitory ist die günstigste Variante, wo man mit mehreren Leuten in einem Zimmer wohnt. Die Guest Houses, in welchem ich auch wohne, sind typische WGs, wo man nur sein eigenes Zimmer hat. Und bei den Apartments hat man alles für sich alleine. Der Preis ist natürlich auch aufsteigend.
In meiner Etage des Guest Houses sind 7 Leute, 2 Toiletten und eine Dusche. Küche etc. ist ebenfalls vorhanden.
Die Mitbewohner habe ich jetzt alle größtenteils mal getroffen, aber kaum geredet. Sind eigentlich sehr net... wenn auch manchmal etwas laut. Aber das liegt wohl daran, das japanische Wände eher sehr dünn und hellhörig sind.
So kommen wir nun zu meinem Zimmer... als die liebe Joschi den Plan für die WG gesehen hatte fiel ihr doch auf, dass das Fenster sehr suspekt aussieht. In der Tat ist das sehr seltsam.
Hier seht ihr ein Bild, wie ich aus meinem Fenster rausschaue. Und unglaublich aber wahr, da steht direkt davor, keine 5 cm entfernt, ein anderes Gebäude. HALLO? Gehts noch? :o...
also schon etwas sehr blöd... mir persönlich macht das jetzt nicht viel aus, da ich ja für die Arbeit so eine Anfahrtszeit habe, dass ich nicht oft zu Hause bin. Aber wäre das Gebäude weiter weg, hätte ich eigentlich nichts dagegen.
Na ja der Rest vom Zimmer ist ganz ok. Es ist sauber und hat 2 Betten. Daher freue ich mich immer, wenn mich jemand besuchen will :).
Hier seht ihr das Zimmer aus 2 verschiedenen Perspektiven. Für Tokio denke ich, dass es doch schon eher geräumig ist.
Ich zahl für das Zimmer monatlich fast 500 Euro.
Wenn sich jetzt einige Leute sorgen machen, womit ich denn so horrende Summen für so ein Mini-Zimmer bezahle:
TADAAAAAAAA ich habe letzte Woche (am Mittwoch denke ich) mein erstes Gehalt bekommen. Habe zwar erst einen halben Monat gearbeitet, aber damit wir nicht so viele Formalitäten durchgehen müssen, habe ich schon für einen Monat mein Gehalt bekommen. Damit kann ich die Miete und die Fahrtkosten bezahlen. Es bleibt dann noch ein winziger Rest, um für paar Tage Essen zu gehen.
Es fühlt sich echt gut an, bezahlt zu werden haha. Und wenn man auch selber dafür gearbeitet hat weiss man das auch so zu schätzen hihi.
Irgendwie ist mir außerdem noch aufgefallen, dass es hier in Japan relativ früh dunkel wird. So gegen 18 Uhr fängt es schon an dunkel zu werden. Mein Vorgänger-Praktikant erklärte das mit damit, dass die hier in Japan keine Umstellung zur Winter- bzw. Somemrzeit hätten, was ja meiner Meinung nach nicht ganz griffig ist. Denn die Zeitumstellung macht ja höchstens 1 Stunde unterschied. Wenn aber die Sonne schon 3-4 Stunden früher unten ist, liegt das sicherlich nicht nur daran.
So ich werde euch weiterhin auf dem Laufenden halten.
Liebe Grüße
